Meine Eindrücke als Praktikantin bei der Alpenüberquerung 2016


Stella Hildebrand, Studentin an der Sporthochschule Köln, begleitete als Praktikantin die Alpenüberquerung 2016 der Montessori-Schule Inning.

Ob ich die Alpen wirklich mit einer Gruppe 15-jähriger Schüler und zwei unbekannten Lehrern überqueren möchte, wurde ich von Kommilitoninnen oft gefragt, wenn ich von meinem bevorstehenden Praktikum bei der Alpenüberquerung der Montessori-Schule Inning erzählte. Etwas Respekt hatte ich dann doch vor der Sache, da Abbrechen oder Aus-dem-Weg-gehen bei so einer Art von Exkursion nicht wirklich möglich sind. Durch mein Sportstudium an der Sporthochschule Köln mit Natursport und Sporttourismus als Vertiefung passte die Alpenüberquerung als erlebnispädagogisches Projekt jedoch hervorragend in meinen Studienplan, wodurch ich mit positiven Gedanken im Zug auf die Klasse traf.

Und das nur zu Recht. Gleich der erste Abend überraschte mich, als bei der Frage, wer kochen, Tisch decken oder abspülen möchte, gleich mehrere Arme nach oben wanderten. Alle Schüler waren freiwillig mit in den Bergen, und das machte sich durch hohe Motivation bemerkbar. Ich habe nicht einmal ein Nörgeln, Meckern oder auch nur ein „Wie weit ist es noch? Ich kann nicht mehr.“ gehört. Alle haben die Berge, das Zusammensein von Frühstück bis Abendbrot und die sportliche Herausforderung genossen. Von Anfang an waren wir ein Team, in dem jeder mit seinen Stärken, Schwächen und Eigenarten akzeptiert und integriert war. Die Gruppendynamik war somit fantastisch, wodurch wir eben als Gruppe gut funktionieren und agieren konnten.

Ganz besonders ist mir das Lehrer-Schüler-Verhältnis aufgefallen, was ich so aus meiner Zeit an unterschiedlichsten Regelschulen noch überhaupt nicht kannte. Es herrschte immer eine angenehme Atmosphäre, die nicht unbedingt an Schule denken ließ, sondern eher an eine Gruppe von Freunden, die mit drei etwas älteren Freunden mit Plan unterwegs ist. Was nicht heißt, dass die Rollenverteilung unklar oder kein Respekt vorhanden gewesen wäre, ganz im Gegenteil: Jeder kannte seine Grenzen und es war eine ganz selbstverständliche Hierarchie vorhanden.

Dazu kam, dass nicht nur die Gruppe harmonisch agierte, sondern auch die Kulisse immer stimmte. Ob grüne Almwiesen, schroffe Felswände oder weiße Gletscher, die Natur gab einem immer Grund zum Staunen. Nicht zu vergessen die Rhätische Bahn, die uns stets auf unserem Weg in den Süden begleitete. Auch die Unterkünfte ließen keinen aufgähnen – von Bunker über Jugendherberge, Pfadiheim bis Almhütte war alles dabei, wodurch wir die Möglichkeit hatten gemeinsam zu kochen, uns nach einer langen Tour aber auch einmal bekochen zu lassen.

Ich kann also sagen, dass mein Praktikum bei der Alpenüberquerung wirklich gelungen ist, und dafür möchte ich Lorenz und Fabian, den wohl coolsten Lehrern, danken; aber auch allen vierzehn Jugendlichen, von denen jede(r) Einzelne dazu beigetragen hat, diese Tour einmalig zu machen!