Das Leben ist schön


Unterwegs am dritten Tag zwischen Pfronten und Reutte

 

 

Licca Quest 2017 – Mit dem Fahrrad unterwegs auf der Suche nach dem Wildfluss Lech

Licca, „den schnell Fließenden“, nannten die Kelten den Lech. Will man diese Qualität des Flusses, der sich in Bayern träge durch 23 Staustufen wälzt, heute noch erleben, muss man sich auf die Suche machen. So wie 14 Jugendliche aus der Sekundarstufe, die am 17. September mit ihren Rädern aufbrachen, um den Lech im obersten Drittel seines Laufes in Vorarlberg und Tirol als wilden, ungezähmter Alpenfluss kennenzulernen.

275 km bei Sonne, Regen und Hagel sollten sie dabei zurücklegen. Zunächst zwei Tage durchs hügelige Allgäuer Alpenvorland, wo sie bei Lechbruck eine Naturführung mit Stephan Jüstl vom Lebensraum Lechtal unternahmen. Am dritten Tag ging es von Pfronten über Reutte durch das komplette Tiroler Lechtal nach Holzgau. Nach gut 50 Kilometern im Regen bei etwa 5°C mussten die Jugendlichen jedoch abbrechen und die letzte 20 km mit dem Bus zurücklegen. Glücklicherweise haben die öffentlichen Busse im Tiroler Lechtal große Anhänger, auf die gut 20 Räder passen.

Am vierten Tag gab es eine Führung am Lech bei Forchach mit Sabine Resch vom Naturpark Tiroler Lech. Mit ihr erlebte die Gruppe den Lech als Wildfluss, der ständig seinen Lauf ändert, Schotterbänke vorträgt und andernorts wieder ablagert. Dabei lernten sie auch einige der Tiere und Pflanzen kennen, die sich perfekt an diesen unsteten Lebensraum angepasst haben.

Der fünfte Tag endlich brachte bestes Radlwetter: Sonnenschein und Neuschnee auf den Bergspitzen sorgten für eine perfekte Kulisse, als die Gruppe sich zum Ursprung des Lechs aufmachte, dem Zusammenfluss von Spuller- und Formarinbach. „Das Leben ist schön“ stellte Julia aus der 10. Klasse dort fest, als sie nach einem Nickerchen im warmen Gras wieder aufwachte und in die Sonne blinzelte. Anschließend ging es noch weiter bis zum Formarinsee –insgesamt 500 Höhenmeter bergauf an diesem Tag.

Der letzte Tag entschädigte alle für die Strapazen der vorangegangenen Tage, es gab Plaisir-Radeln vom Feinsten: Sonne von früh bis spät und 70 km stetig bergab von Holzgau nach Füssen durch’s Reich des „letzten Wilden“, wie sie den Lech in Tirol auch nennen. „Nicht anhalten, ich bin grad so im Flow“ rief Amos, als es nach 35 km dann doch mal Zeit für die erste Rast wurde.

Hagelschauer auf der ersten Etappe kurz vor Schongau
Ankunft auf dem Kienberg, der seinen Namen nicht ohne Grund trägt
Let‘s rave on! Start zur zweiten Etappe von Kienberg über Füssen nach Pfronten
„Der letzte Wilde“ – am Lech bei Forchach/Tirol
Polarisation der Aufmerksamkeit geht auch bei 5°C und Regen: Jugendliche beim Bau einer Miniatur-Wildflusslandschaft während der Naturführung am Tiroler Lech
Die Gefleckte Schnarrschrecke, eine Rote-Liste-Art, die auf den Schotterbänken im Lech heimisch ist
Köcher einer Köcherfliegen-Larve, den sie sich aus winzigen Kieselsteinchen baut
Der Ursprung des Lech beim Zusammenfluss von Spullerbach und Formarinbach
Unterwegs im Lechquellen-Gebrige
Rast am Formarinsee
Voll im Flow nach Hause