Inninger Montessori-Schüler beteiligen sich an der Mitmachflora Ammersee


In Zusammenarbeit mit dem LBV Starnberg wird die Inninger Schmauz-Bühel-Ranke wieder gepflegt

Zwanzig mit Heurechen „bewaffnete“ Schülerinnen und Schüler  unserer Schule zogen am Freitag, 17.11.2017 im Gänsemarsch vom sog. „Empter-Steg“ am Inninger Bach zur „Schmauz-Bühel-Ranke“.Aktive des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), Kreisgruppe Starnberg, hatten diesen landwirtschaftlich ungenutzten, langgestreckten und steilen Hangstreifen („Ranke“) zuvor gemäht.Dort wollten die 9- bis 12-jährigen das Heu zum Hangfuß hinunterrechen und auf eine lange Schwade legen.

Erstmals seit langer Zeit wurde also dieser Hang, der das Zeug zum Halbtrockenhang hat, wieder gemäht. 1985 war er noch als schützenswertes Biotop kartiert worden, dann war diese (zumindest damals noch) einigermaßen artenreiche Insel in der Agrarlandschaft in Vergessenheit geraten.

Die Naturschutzgruppe der Montessori-Schule wollte sich im Rahmen eines umweltpädagogischen Projekts, der „Mitmachflora Ammersee“ mit Julia Prummer von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern auch aktiv als Naturschützer betätigen. Franz Wimmer, der Geschäftsstellenleiter des LBV Starnberg, fand die relativ nahe gelegene Ranke als künftige Untersuchungs- und Pflegefläche. Dafür haben der LBV gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern ein Programm beraten, angefangen von der künftigen Registrierung der Pflanzen- und Tierarten bis hin zur Mitarbeit bei der Biotoppflege und mehr.

Franz Wimmer hatte den Eigentümer, den Land- und Pferdewirt Sebastian Lautenbacher, überzeugt, diese Ranke für die Pflege zur Verfügung zu stellen – vielen Dank! – mehr noch: dieser hat sich dazu bereit erklärt, das Mähgut abzufahren und weiter zu verwerten.

Eine Woche vor dem Abheuen hatten die Schülerinnen und Schüler schon eine Exkursion zu ihrem künftigen Biotop unternommen, und das zusammen mit einem Profi: der Ammersee-Gebietsbetreuer Christian Niederbichler konnte selbst im November noch mit interes­santen botanischen Ent­deckungen die Kinder überraschen. Er war angenehm überrascht, dass sich die kleinen Naturschützer in seinen dickleibigen „Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns“ vertieften.Er hatte eine an der Ranke noch blühende Rundblättrige Glockenblume als „selten“ vorgestellt, die Kinder fanden sie im Atlas jedoch als „weit verbreitet“. Dann aber kamen sie selbst auf die Lösung dieses Wider­spruchs: Der Atlas verwertete Daten einer Kartierung vom Ende der 1970er Jahre. So sind sie selbst zur Erkenntnis gelangt, dass die Natur seitdem erheblich gelitten hat.

Herzlichen Dank an Horst Guckelsberger vom LBV für diesen Artikel und an Horst Guckelsberger und Franz Wimmer für die Fotos.

Weitere Informationen zum LBV Starnberg finden sie hier.