Schüler für die Zukunft


Im August 2018 streikte die schwedische Schülerin Greta Thunberg allein vor dem schwedischen Reichstag für mehr Klimaschutz. Jetzt streiken jeden Freitag mehrere zehntausend Schüler in ganz Europa für ihre Zukunft und gegen die fahrlässige Politik ihrer Regierungen in Sachen Klimaschutz. Ich bin ein Teil dieser Bewegung und stolz darauf. Wir haben erreicht, dass endlich wieder in einem großem Umfang über die Klimakrise und ihre verheerenden Folgen, sowie mögliche Lösungsansätze diskutiert wird. We can not solve a crisis without treating it like a crisis (Wir können eine Krise nicht lösen, wenn wir sie nicht als Krise behandeln) sagte Greta Thunberg auf dem Weltklimagipfel. Wenn die Erde eine Bank wäre, wäre sie längst gerettet. Aber die Erde ist viel mehr als eine Bank. Sie ist die Basis unseres Lebens. Nicht umsonst nennen wir sie Mutter. Würde irgendjemand seine Mutter so schändlich misshandeln? Würde irgendjemand seine Mutter auf solche gierige Art ausbeuten? Nein. Und doch tuen wir es. Damit wir unseren Luxus genießen können, muss die Erde leiden.

Gleichzeitig werden wir auf unsere Rolle als Konsumenten beschränkt. Am besten sollten wir aufs Auto verzichten und vegetarisch leben, nur noch Bio und Fair Trade kaufen. Obwohl dies alles enorm wichtig ist, dürfen wir nicht vergessen, dass trotzdem weiterhin Kohle verbrannt oder der Regenwald abgeholzt wird. Dass das Klima nur durch unsere Kaufentscheidungen zu retten sei, stimmt nicht. Es ist nicht Aufgabe des Einzelnen, sondern eine politische Aufgabe die Klimakrise zu lösen. Wir müssen unsere Macht als Bürger nutzen, d.h. politisch aktiv werden z.B. durch Petitionen, Demonstrationen, Engagement in Parteien oder Organisationen oder ganz elementar einfach wählen gehen. Laut einer Umfrage im Auftrag des ZDF ist für 73% der Bürger ein schneller Kohleausstieg wichtig oder sehr wichtig. Trotzdem legt die Kohlekommission das Ausstiegsdatum auf 2038. Die Mehrheiten sind da, jetzt müssen wir sie nutzen.

Wir Schüler setzen uns zu Wehr gegen die apathische Politik der Bundesregierung. Dafür haben wir viel positives Feedback bekommen. Eine Passantin hat mir ein „Weiter so!“ zugeraunt. Ein anderer erzählte mir begeistert davon, dass er bald Solarzellen in seinem Garten installieren werde und dass er es gut finde, was wir tun. Es geht ein zukunftsweisender Ruck durch unsere Gesellschaft. Dennoch erhielt ich den Vorwurf, man könne doch auch nach der Schulzeit demonstrieren. Und wir würden das ja nur zu unserem Vergnügen machen. Der Regelbruch aber ist beabsichtigt, denn würde sich irgendjemand darum scheren, dass 3.500 Schüler in München demonstrieren. Das wäre höchstens eine Randnotiz wert. Durch unseren Schulstreik am Vormittag erhalten wir medialer Aufmerksamkeit. Wenn wir diese Klimakrise lösen wollen, muss sie den Bürgern ins Bewusstsein gerufen werden. Natürlich macht es auch Spaß auf eine Demo mit Gleichgesinnten zu gehen. Und darf politisches Engagement nicht auch Spaß machen?

Eden K., Schülersprecher, 10. Klasse.