Wald und Jagd


Pflanzaktion im Sachsenrieder Forst

 

Von Freitag, den 22., bis Samstag, den 23.11.19, fuhr eine Gruppe interessierter Schüler im Rahmen des Projektes Wald und Jagd in den Sachsenrieder Forst, um mehr über den Wald, seine Bewirtschaftung und die Jagd zu erfahren. In Dienhausen trafen wir die Förster Stefan Jüstl und Robert Schendel von den Bayerischen Staatsforsten, die unser Projekt begleiten. Von dort aus fuhren wir zu einer Waldarbeiterhütte im Wald, bezogen diese und heizten ein.

Anschließend gingen wir in den Wald, wo wir analysierten, welche Bäume dort wachsen. In einer Fichtenschonung lichteten wir junge Fichten aus, um den vereinzelt dort stehenden jungen Tannen bessere Chancen zum Wachsen zu geben. Tannen sind in Zeiten des Klimawandels in unseren Wäldern sehr wichtig. Sie kommen mit Wärme und Trockenheit besser zurecht als Fichten und sind als Tiefwurzler auch nicht so anfällig für Windbruch.

Danach gingen wir zu einer Lichtung, wo wir zuerst mit einem Bohrstock eine Bodenprobe nahmen und diese analysierten und dann Wildkirschen pflanzten. Die Bodenprobe ergab, dass Humus die oberste Schicht bildete und der Rest aus schluffigem Lehm besteht.

Bodenprobe mit dem Bohrstock Forst

Wildkirschen sind ökologisch sehr wertvoll, weil die Blüten im Frühjahr Nahrung für Insekten, die Früchte im Herbst Nahrung für Vögel bieten. Wegen des Klimawandels wachsen sie jetzt auch gut im Sachsenrieder Forst, der auf ca. 800 Metern Höhe liegt. Zum Pflanzen sticht man mit einem Hohlspaten ein Loch aus, hält den Setzling hinein und schüttet das Loch mit Erde zu. Um die jungen Triebe vor Verbiss zu schützen, befestigten wir einen Verbissschutz.

Anschließend fuhren wir zurück zur Hütte und warteten gespannt auf den Abend, denn da stand die Jagd an. Wir saßen circa eineinhalb Stunden auf den Hochsitzen und hielten Ausschau nach Rehen und Wildschweinen. Einer der Jäger, welcher von zwei Schülern begleitet wurde, schoss an diesem Abend ein Reh. Jedoch traf er es schlecht und der Magen wurde verletzt. Wir fuhren gemeinsam in die Wildkammer, um das Tier aufzubrechen. Auf Grund des schlecht platzierten Schusses wurde das Wildbret durch Panseninhalt verunreinigt, so dass große Teile nicht weiterverarbeitet werden konnten. Es wurde ausgenommen und für den Verkauf vorbereitet. Anschließend machten wir uns auf den Weg zurück zur Hütte, wo wir zu Abend aßen.

Am nächsten Morgen mussten wir um 5.20 Uhr aufstehen, um auf den Morgenansitz zu gehen. Ursprünglich gingen wir davon aus, dass wir gute Chancen hätten, da über Nacht Bodenfrost entstand und Rehe unter diesen Bedingungen sehr aktiv sind. Leider gab es am nächsten Morgen unerwartet Föhn, es taute und wir bekamen kein Wild zu sehen. Nach dem Morgenansitz begaben wir uns zurück zur Hütte. Dort frühstückten wir und beschäftigten uns mit Wildanatomie aus jagdlicher Sicht. Anschließend begaben wir uns in den Wald und suchten nach verschiedenen Spuren von Wild. Wir fanden Fährten, Verbiss, Losung und Fegestellen. Nach dem wir gepackt und die Hütte aufgeräumt hatten, fuhren wir zurück nach Inning. Insgesamt hat uns das Projekt sehr gut gefallen. Es war interessant und hat viel Spaß gemacht. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal.

Fährtenlesen im Wald

von Selina Damian und László Schmilinsky