Pädagogisches Konzept

Selbstständigkeit, respektvoller Umgang miteinander, Lernen aus eigener Motivation: das sind wichtige Ziele der Montessori-Pädagogik. Jedes Alter hat ganz unterschiedliche Bedürfnisse. So spricht Maria Montessori von den Jugendlichen als „Social New Borns“, die sich in Ihrer Gruppe bewähren wollen und ihren Platz in der Gesellschaft suchen. Durch den enormen körperlichen Wandel, den sie durchmachen, muss Lernen für sie ganz anders gestaltet sein. Lesen Sie dazu mehr in unserem pädagogischen Konzept.

Lerngruppen ersetzen Klassen

Die Jugendlichen der 7. bis 9. Jahrgangsstufen arbeiten gemeinsam in Lerngruppen, die sich immer wieder neu zusammensetzen. Dabei spielen das Niveau, das Interesse, die persönliche Neigung und das Arbeitsfeld eine Rolle. Durch den Vergleich mit anderen lernen die Jugendlichen, sich und ihre Mitschüler einzuschätzen und unterschiedliche Fähigkeiten wertzuschätzen. Sie erkennen, wie gut ein Team zusammenarbeiten kann.

Fachübergreifender und fachgebundener Unterricht

In fachübergreifenden Phasen beschäftigen sich die Jugendlichen mit natur- und kulturwissenschaftlichen sowie praktischen Themen. So kann z.B. die Phase des 2. Weltkriegs unter ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden: Geschichte, Sport, Politik, Architektur, Kunst, u.v.m.

Auch die praktischen Phasen behandeln fachübergreifend alle Aspekte eines Themas. So kann für den Bau einer Terrasse im Garten viel Fachwissen nötig sein: Kalkulation, Holzkunde, Statik, Planung, Sponsoring etc. Für die Jugendlichen ist das Erproben ihrer Fähigkeiten an echten Aufgaben sehr wichtig.

In den Prüfungsfächern Mathematik, Englisch und Deutsch erhalten die Jugendlichen der 7., 8., und 9. Jahrgangsstufe Fachunterricht, der auf verschiedenen Niveaus stattfindet. Die Schüler der 10. Klasse bereiten sich intensiv auf den Mittleren Bildungsabschluss vor. Der Mittlere Bildungsabschluss berechtigt sie zum Besuch von Fachoberschulen und der Übergangsklasse eines Gymnasiums, um die Fachhochschulreife oder das Abitur zu erlangen.

Große Arbeit

In der 8. Jahrgangsstufe arbeiten die Jugendlichen drei Monate lang an ihrer Großen Arbeit, die aus einem theoretischen und einem praktischen Teil sowie einer Präsentation besteht. Unterstützt werden sie von einem Mentor, der Fachmann auf dem jeweils gewählten Gebiet ist. Die große Arbeit wird an einem Abend vor großem Publikum präsentiert. Als Große Arbeit entstanden schon Filme, Bücher, Fahrräder, Computerprogramme, Brautkleider, eine Riesentorte für Flüchtlinge u.v.m.

Expeditionsdidaktische Projekte

Alle Jugendlichen der Sekundarstufe können in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 an expeditionsdidaktischen Projekten teilnehmen. Diese Projekte verbinden natur- und kulturwissenschaftliche Studien mit einer sechs- bis zehntägigen Expedition zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Verantwortung für die Gemeinschaft

Die Jugendlichen besprechen in der wöchentlichen Stufenversammlung Themen, die ihnen am Herzen liegen. Sie planen Gemeinschaftsdienste und sprechen über den Umgang miteinander.