Kinderhaus zu Hause

Das Kind in der Familie

Liebe Eltern, 

in den nächsten Wochen wird durch die besondere Situation, in der wir uns gerade befinden, die Entwicklung der Kinder ausschließlich zuhause stattfinden.
Wir als Pädagoginnen haben deshalb für Sie ein paar Prinzipien und Zitate aus den Werken Maria Montessori’s zusammengetragen, die Sie zuhause umsetzen können. Montessori spricht von Prinzipien, die Ihnen als Eltern helfen können, Ihr Kind besser zu verstehen.

Folgende Zitate sind frei aus der englischen Fassung „The Child in the Family“ übersetzt.

„Respektiere alle angemessenen Formen der Aktivität, mit denen sich das Kind beschäftigt, und versuche, sie zu verstehen.“

Kinder benötigen die Gelegenheit, die Welt um sich herum zu entdecken. Ihr Verständnis der Dinge manifestiert sich auf eine Weise, die ein Erwachsener vielleicht nicht versteht. Für den Erwachsenen gibt es womöglich nicht immer einen Sinn oder Grund für die Aktivität des Kindes. Deshalb ist es ratsam, das Kind nicht in seiner natürlichen Aktivität zu unterbrechen, sondern es zu beobachten, um so mehr Verständnis zu erlangen.
Versuchen Sie, die Handlung des Kindes zu verstehen, bevor Sie sie unterbrechen.

„Den Wunsch nach Aktivität des Kindes so weit wie möglich unterstützen. 
Nicht auf das Kind warten, sondern es dazu erziehen, unabhängig zu sein.“

Im Alltag ist es oft schwierig, der Entwicklung der Kinder genug Zeit zu geben. Und so passiert es vielen Eltern, dass sie ihren Kindern die alltäglichen Tätigkeiten abnehmen, um Zeit und Mühe zu sparen. Damit tun Sie ihrem Kind keinen Gefallen. Gerade jetzt bietet sich die Möglichkeit, den Kindern die Zeit, die Geduld und das Vertrauen zu geben, sich in diesen Dingen zu üben.
Wir alle kennen Dr. Maria Montessori’s berühmtes Zitat 

„Hilf mir, es selbst zu tun.“ 

Das bedeutet nicht, das Kind alleine zu lassen und es diese Dinge alleine herausfinden zu lassen, sondern es zu dem Wissen zu leiten, welches wir bereits haben. Dies braucht eine Menge Geduld und starke Nerven, aber es wird sich lohnen.

„Wahre Hilfe darf nicht für nutzlose, willkürliche Dinge gegeben werden.
Es muss den Bemühungen des kindlichen Geistes entsprechen. Es muss auf  einem Verständnis der Natur des Kindes und dem Respekt für seine instinktive Aktivität beruhen.“

„Wir müssen in unseren Beziehungen zu Kindern sehr wachsam sein, weil sie sehr – mehr als es uns bewusst ist – empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen sind.“

Lernen Sie, die zarten Ausdrücke und Bedürfnisse Ihres Kindes zu erkennen und zu respektieren. Andernfalls werden Sie diese nur wahrnehmen, wenn sie auf eine heftige Art und Weise an die Oberfläche gelangen.

„Es ist nicht unbedingt notwendig, dass wir in den Augen unserer Kinder perfekt erscheinen. Vielmehr ist es notwendig, dass wir unsere Mängel erkennen und die gerechten Beobachtungen der Kinder geduldig akzeptieren.“

Falls Sie interessiert sind und sich mehr in dieses Thema hineinlesen möchten, können Sie sich gerne das Buch „Das Kind in der Familie“ von Maria Montessori zulegen und sich weiter informieren.
Ein Video-Empfehlung haben wir auch noch: Montessori Zuhause – umsetzbar?

Mit besten Grüßen  Ihr Kinderhaus-Team