FAQ

In der Montessori-Pädagogik spielt die Freiheit eine besondere Rolle. Die Freiheit zu etwas, nicht die Freiheit von etwas. So gibt es ganz klare Regeln und Grenzen, innerhalb derer die Freiheit zum Tragen kommt. Ein Montessori-Zitat drückt dies deutlich aus: „Die Freiheit muss erobert werden!“ Hier wird klar, dass es keinen Freiheitsvorschuss gibt, sondern die gesamte Umgebung des Kindes darauf abgestimmt sein muss. Das bedeutet: Die Pädagogen müssen sehr viel um die Entwicklungs-phasen eines Kindes wissen, die Umgebung muss viele Angebote zur Selbsterziehung enthalten und auffordern zum Tun – angepasst an das Entwicklungsalter des Kindes, und der Pädagoge muss eine Haltung der Wertschätzung, des Respekts und der Anerkennung leben. An keiner Stelle darf das Kind gedemütigt werden.
Aber, nur wenn das Kind frei wählen kann in der vorbereiteten Umgebung, zeigt es uns seine wahren Bedürfnisse und wir können wiederum die Umgebung dementsprechend gestalten, wozu auch die Person des Pädagogen gehört. Kinder dürfen also nicht tun, was sie wollen, sondern sie müssen tun, was sie wollen. Zu dieser Entscheidungskraft und Urteilsfähigkeit hin begleiten wir die Kinder. Außerdem hat nach Montessori die eigene Freiheit ihre Grenzen dort, wo der Raum des anderen beginnt.

Montessori-Pädagogik ist per se eine Leistungspädagogik. Wenn Kinder und Jugendliche ihre Grenzen ohne schädliche Wertung von außen erfahren dürfen, dann bleiben sie im sogenannten „Lern-Flow“. D.h. sie fordern sich, weil es Freude macht, das eigene Dopaminsystem anzukurbeln und nicht weil ein Test ansteht oder eine Probe. Das beinhaltet auch, dass den Kindern für ihre persönlichen Erfolge manchmal mehr Zeit eingeräumt werden muss oder umgekehrt auch, dass sie schneller voran kommen und „Futter“ brauchen.

Kinder werden darin begleitet, dass sie es selbst gut machen wollen, dass sie selbst den Mut haben, Fehler zu machen, aus denen sie lernen und weitere Schritte erkennen. Allein die Tatsache, nicht gedemütigt zu werden, ermöglicht vielen, an ihr eigenes Leistungspotenzial zu kommen. Leistung wird jedoch nicht minimalistisch definiert, wie üblicherweise im gesellschaftlichen Kontext, sondern sehr ausführlich im pädagogischen Kontext.

Alle unsere Lehrkräfte sind vom Kultusministerium genehmigt und haben eine staatlich anerkannte Lehrerausbildung. Darüber hinaus haben sie eine Montessori-Ausbildung oder absolvieren sie gerade. 15 Mitarbeiter nehmen gerade an dem Diplomlehrgang der Association Montessori Internationale (AMI) teil. Diese fundierte Ausbildung entspricht dem internationalen Montessori Standard. Regelmäßige Fortbildungen sind uns sehr wichtig. Darüber hinaus haben unsere Lehrer zahlreiche Zusatzqualifikationen, wie z.B. zur Legasthenie, zu Hochbegabung u.v.m.

Unsere Schule ist staatlich genehmigt. Wir bekommen pro Schüler eine Pauschale an staatlicher Unterstützung. Das Konzept der Montessori Schulen ist genehmigt. Es gibt sehr gute Gründe, warum keine einzige Montessori-Schule in Bayern staatlich anerkannt ist:

  • Staatlich anerkannte Schulen müssen sich 1:1 an die Stundentafel halten. Das ist nicht mit Freiarbeit in Einklang zu bringen.
  • Staatlich anerkannte Schulen sind weitestgehend an den 45Minuten-Rhythmus gebunden.
  • Staatlich anerkannte Schulen müssen Noten/Zeugnisse ausstellen und Schularbeiten und Exen zur Ermittlung der Noten schreiben.
  • Staatlich anerkannte Schulen müssen nachweisen, dass die SchülerInnen die Jahrgangsziele erreicht haben. Das ist mit altersgemischten Lerngruppen fast gar nicht möglich und vor allem überhaupt nicht erwünscht. Das individuelle Tempo bleibt damit gänzlich auf der Strecke.

Das schöne an unserer Einrichtung ist, dass sich Eltern nicht nach der vierten Klasse eine neue Schule suchen müssen. Man kann den Weg vom Kindergarten bis zum Abitur mit der Pädagogik von Maria Montessori gehen. Unsere Schüler gehören seit einigen Jahren zu den besten im Landkreis. Es ist also kein Problem dann an eine andre Schule zu wechseln, allerdings bleiben die allermeisten bis zum Schluss auf unserer Schule oder gehen dann an die MOS.

Die Eltern prägen durch ihr Engagement die Schule wesentlich mit. Nur gemeinsam können Eltern und LehrerInnen eine entspannte Umgebung und Lernatmosphäre für das Kind schaffen.

Damit eine vertrauensvolle, gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus gelingen kann, bietet die Schule regelmäßig an:

• Elterngespräche
• Elternabende
• Hospitationen
• Diskussionsgremien
• Infoveranstaltungen
• Seminare

Außerdem wird die verantwortungsvolle Zusammenarbeit gefördert durch erweiterte Mitbestimmungsrechte in den schulischen Gremien:

• Arbeitsgemeinschaften
• Elternbeirat
• Schulkonferenzen
• Mitgliederversammlungen

Unsere Schule wird von einem Verein getragen. Ohne die Mithilfe der Eltern könnten wir die individuelle und gute Betreuung nicht finanzieren.

Maria Montessori spricht von der freien Wahl der Arbeit. Das heißt wir wollen dass die Kinder an etwas arbeiten, was ihrem natürlichen Interesse entspricht. Das heißt aber nicht dass sie tun können, was sie wollen. Sie sind hier um zu lernen. Es ist Aufgabe des Pädagogen das zu begleiten und auch zu dokumentieren, was bereits Thema war und was noch nicht. Selbstverständlich achten wir mit einer sorgfältigen Dokumentation und gezielten Darbietungen darauf, dass alle Themen berücksichtigt werden.