Darf ein Kind in einer Montessori-Einrichtung nicht tun und lassen, was es will?

In der Montessori-Pädagogik spielt die Freiheit eine besondere Rolle. Die Freiheit zu etwas, nicht die Freiheit von etwas. So gibt es ganz klare Regeln und Grenzen, innerhalb derer die Freiheit zum Tragen kommt. Ein Montessori-Zitat drückt dies deutlich aus: „Die Freiheit muss erobert werden!“ Hier wird klar, dass es keinen Freiheitsvorschuss gibt, sondern die gesamte Umgebung des Kindes darauf abgestimmt sein muss. Das bedeutet: Die Pädagogen müssen sehr viel um die Entwicklungs-phasen eines Kindes wissen, die Umgebung muss viele Angebote zur Selbsterziehung enthalten und auffordern zum Tun – angepasst an das Entwicklungsalter des Kindes, und der Pädagoge muss eine Haltung der Wertschätzung, des Respekts und der Anerkennung leben. An keiner Stelle darf das Kind gedemütigt werden.
Aber, nur wenn das Kind frei wählen kann in der vorbereiteten Umgebung, zeigt es uns seine wahren Bedürfnisse und wir können wiederum die Umgebung dementsprechend gestalten, wozu auch die Person des Pädagogen gehört. Kinder dürfen also nicht tun, was sie wollen, sondern sie müssen tun, was sie wollen. Zu dieser Entscheidungskraft und Urteilsfähigkeit hin begleiten wir die Kinder. Außerdem hat nach Montessori die eigene Freiheit ihre Grenzen dort, wo der Raum des anderen beginnt.