Eröffnung des Montessori Kinderhauses


Ein Ort der Hoffnung

Am Freitag, den 25.03.2022 wurde das neue Montessori Kinderhaus feierlich eröffnet.

Wie schon beim Richtfest im letzten Jahr strahlte die Sonne auch bei der Eröffnungsfeier des Montessori Kinderhauses mit den Kindern und geladenen Gästen um die Wette. Innings Bürgermeister Walter Bleimaier dankte den Beteiligten des Bauvorhabens für die hervorragende Zusammenarbeit. „Das Angebot der Montessori-Bildungseinrichtungen ist eine Bereicherung für die Gemeinde“, bekräftigte er in seiner Ansprache.

Der Sprecher des Aufsichtsrates für den Förderverein Montessori Ammersee e.V., Christopher Arbeiter-Grimus, nannte den Kindergarten „das Ende einer langen Reise“ und spielte damit auf die zahlreichen Versuche des Vereins an, Raum für einen kompletten Bildungsweg nach Montessori-Prinzipien zu finden und zu gestalten.

Die in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Montessori-Schule wird seit 1988 durch den Förderverein betrieben, der auch Bauherr des neuen Kinderhauses ist. Seit 2013 war auch der Kindergarten im Schulgebäude untergebracht. Mit dem Umzug der jüngeren Kinder in das Kinderhaus findet das langjährige „Provisorium“ nun ein Ende, und es gibt endlich ausreichend Platz, um ein ganzheitliches Bildungsangebot nach den Grundlagen der Montessori-Pädagogik vom Kindergartenalter bis zum Schulabschluss zu umzusetzen. Allein der zwei-gruppige Kindergarten wird bis zu 50 Kinder beherbergen und damit auch der großen Nachfrage nach Plätzen gerecht.

Matthias Kruppa, der Architekt des Kinderhauses, bezog sich in seiner Ansprache auf die Grundsätze der Montessori-Bildung. „Das Kind und seine altersgemäßen Bedürfnisse stehen immer im Mittelpunkt des Tuns. Diesen Ansatz haben wir auch in der Architektur des Kinderhauses umgesetzt. Im Verbund mit der Schule erhält das Haus eine ganz besondere Dynamik, und das Ensemble wird zur Einheit“ erläuterte er bei der Übergabe des symbolischen Brotlaibs an die Kinderhausleitung.

Diese Einheit ist auch ein Ergebnis der außerordentlich guten Zusammenarbeit von Trägerverein, Schul- und Kindergartenleitung, Architekten, Handwerkern, Gemeinde und Landratsamt. Trotz aller Widrigkeiten wie der Corona-Pandemie und allgemeiner Baustoffknappheit konnte das Kinderhaus nach einjähriger Bauzeit plangemäß eröffnet werden. Auch die Kosten für das Projekt, insgesamt ca. 2,4 Millionen Euro, blieben im festgelegten Rahmen. Der Bau wird etwa zur Hälfte vom Freistaat Bayern gefördert, die restliche Summe zu gut 30 Prozent von der Gemeinde Inning sowie 70 Prozent vom Förderverein getragen.

Johanna Stegmaier, geschäftsführender Vorstand des Montessori Fördervereins, setzte den Kindergarten in einen ganz anderen Kontext und bezog sich in ihrer Eröffnungsrede auf den derzeit in der Ukraine tobenden Krieg. „Maria Montessori wird folgendes Zitat zugeschrieben: „Alles, was die Politik tun kann, ist, uns aus dem Krieg herauszuhalten; dauerhaften Frieden herzustellen ist die Aufgabe der Erziehung.““ Sie sehe das Kinderhaus auch als Fundament für Friedenserziehung und wünsche sich, dass es ein Ort der Hoffnung sei, für die Kinder und auch darüber hinaus.

Dass die Montessori-Familie diese Einstellung nicht nur vermitteln will, sondern sie auch lebt, zeigt ganz aktuell das Beispiel der jungen Ukrainerin Kseniia. Die angehende Erzieherin ist erst seit einigen Tagen in Deutschland und wird das Kinderhaus-Team ab sofort als Englischkraft unterstützen. Zusätzlich zu ihrer Arbeitsstelle konnte sie für die ersten Wochen bereits eine Unterkunft in einer Schülerfamilie finden.

Alle Redner waren sich einig, dass das Kinderhaus mehr darstellt als nur ein Gebäude.

Nachdem am Ende des kleinen Festakts zwei der künftigen Kindergartenbewohner feierlich das symbolische Band durchschnitten
und die Pfarrer der Gemeinde (nicht nur) das Haus gesegnet hatten, konnten die Kinder und die Montessori-Familie endlich ihren Ort der Hoffnung offiziell in Besitz nehmen.