Abschlusspräsentation der Projektphase Renaissance – Die Sekundarstufe zeigt „Geschichte in Bruchstücken“

Unter dem Titel „Wie im Himmel, so auf Erden – Geschichte in Bruchstücken“ präsentierten die Jugendlichen der Sekundarstufe in der Alten Brauerei Stegen den Abschluss ihrer diesjährigen Humanities-Phase. Entstanden war ein vielschichtiger Abend aus Theater, Ausstellung, Filmbeiträgen und digital unterstützter Führung.

Über mehrere Monate hinweg hatten sich die Jugendlichen mit der Renaissance auseinandergesetzt – einer Epoche des Aufbruchs, der Entdeckungen und der tiefgreifenden Veränderungen. Die Themen reichten von Leonardo da Vinci, Michelangelo, Albrecht Dürer und der Zentralperspektive über Martin Luther, die Fugger, Magellan und die Gewürzrouten bis hin zur Pest, Medizin, Inquisition, Frauenrechten und dem Aufstieg und Fall der Inkas.

In der begleitenden Ausstellung zeigten die Schülerinnen selbst erstellte Exponate: Skulpturen aus Stein, Gemälde, Modelle, Lapbooks und weitere künstlerische Arbeiten. Über QR-Codes konnten die Besucher und Besucherinnen zusätzliche Informationen zu den Werken, historischen Hintergründen und Persönlichkeiten abrufen. So verband die Ausstellung handwerkliches Arbeiten, historisches Forschen und digitale Vermittlung auf anschauliche Weise.

Im Mittelpunkt stand ein von den Jugendlichen selbst geschriebenes Theaterstück. In einzelnen Szenen griffen sie zentrale Fragen der Renaissance auf: Wer darf Wissen verbreiten? Welche Macht hat Glaube? Wie verändern Wissenschaft, Technik und neue Weltbilder das Leben der Menschen? Besonders auffällig war, dass sich viele Szenen mit Feminismus und der Rolle der Frau beschäftigten – ein starkes Zeichen dafür, welche gesellschaftlichen Fragen die Jugendlichen heute bewegen.

Auch filmische Beiträge der Schüler*innen wurden gekonnt in die Dramaturgie eingebunden und erweiterten die Bühnenhandlung um zusätzliche Perspektiven. Das Ergebnis war ein abwechslungsreicher Abend zwischen ernsten Momenten, historischen Bildern, kreativen Ideen und spürbarer Spielfreude.

Ziel der Projektphase ist es, dass die Jugendlichen historische Inhalte mit Kunst, Sprache, Naturwissenschaft, Gesellschaft und eigenem praktischen Tun verbinden. Denn genau dadurch entsteht echtes Verstehen. So wurde aus der Renaissance kein abgeschlossenes Kapitel im Geschichtsbuch, sondern ein lebendiger Erfahrungsraum. „Wie im Himmel, so auf Erden“ zeigte eindrucksvoll, wie junge Menschen Geschichte verstehen, deuten und kreativ in die Gegenwart holen können.

Ein besonderer Dank geht an Daniel Betz und das Groundlift-Studio in der Alten Brauerei in Stegen. Wir sind sehr dankbar, dass wir jedes Jahr auf’s Neue die wunderbaren Räumlichkeiten nutzen dürfen. Eine tolle Zusammenarbeit!

Niels Heyden & Heidi Kluthe für die Sek