Voralpen-Giro 2020


Vom 20. bis 25. September waren 13 Jugendliche aus der Sekundarstufe sechs Tage lang mit dem Fahrrad in den Bayerischen Alpen unterwegs. Entlang der Flüsse Ammer, Lech, Loisach und Isar ging es von Peißenberg aus über Füssen, Oberammergau, Ammersattel, Plansee, Garmisch, Krün und Vorderriß nach Bad Tölz und von dort wieder nach Hause an den Ammersee. Als Praktikantin mit dabei war Hannah Johanns, die an der Uni Augsburg Erziehungswissenschaften studiert. Im vergangenen Sommersemester belegte sie dort ein Seminar für Erlebnispädagogik, die Tour war für sie also gleichzeitig das Praktikum für das Seminar. Sie berichtet:

„Da ich für mein Erlebnispädagogik-Seminar an der Uni noch ein Praktikum brauchte, durfte ich mit auf den Voralpen-Giro fahren. Im Vorfeld habe ich mir natürlich allerlei Gedanken gemacht, da ich ohne Erfahrung bin in der Begleitung von Schüler*innen in diesem Alter auf so einer Tour: wie interessiert, offen und kollegial würden die Jugendlichen wohl sein, würde ich viel motivieren, anschieben und schlichten müssen? Es stellte sich jedoch heraus, dass meine Sorgen vollkommen unbegründet waren. Der Giro war für mich quasi ein „Lernurlaub“. Die Frage, wie man Jugendliche heil und bei guter Laune über hohe Berge und durch wilde Täler bringt, stellte sich gar nicht. Viel Einmischen oder Intervenieren war gar nicht nötig (ok, vielleicht gelegentlich, wenn wir mal nicht auf Radwegen, sondern auf der Straße fuhren), ganz im Gegenteil. Wir hatten eine wirklich entspannte und schöne Zeit mit Jugendlichen, die Spaß an solchen Touren, an der Landschaft, am Miteinander aktiv sein und am draußen sein haben. Als Zugezogene aus Hamburg konnte ich viel über die Geographie und die Landschaft der Bayerischen Alpen lernen. Dazu trugen auch die beiden Naturführungen bei, die wir unterwegs von Stephan Jüstl von den Bayerischen Staatsforsten bekamen: eine in einem Schneeheide-Kiefernwald bei Lechbruck, wo wir Bodenproben nahmen und viel über den Lech als Biotopbrücke zwischen Alpen und Donau erfuhren; eine weitere in einem Bergwald bei Ettal, der gerade verjüngt wird, damit er seine Schutzfunktion behält. Die Schönheit der Natur und der Wildflüsse in den Alpen haben mich und auch die Schüler*innen schwer beeindruckt. Ich hatte viel Zeit, Fragen zu stellen, wie man solche Touren planen und umsetzten kann, welche Erfahrungen Lorenz und Matthias dabei in den letzten 9 Jahren schon gesammelt haben und was Jugendliche am draußen unterwegs sein so fasziniert. Die beste Erfahrung für mich ist wohl, dass es nicht mehr als ein wildes Flußbett braucht, um 13 Schüler*innen für mehrere Stunden wirklich sinnvoll zu beschäftigen und glücklich zu machen. Weniger ist tatsächlich mehr. Ich hoffe auf jeden Fall auf mehr Touren mit Montis!“


Rast an der Isar bei Vorderriß (oben) und am Plansee (unten)


Pausenbeschäftigung an Loisach (oben) und Isar (unten)


SchülerInnen untersuchen eine Bodenprobe am Lech bei Lechbruck mit Dipl. Forstwirt Stephan Jüstl (rechts) von den Bayerischen Staatsforsten