„Eisige Zeiten“ – Einführung in die neue Humanities-Projekt-Phase


Eisige Zeiten durften die Siebt- bis NeuntklässlerInnen der SEK am Freitag, den 03.12.21 auf dem Gelände rund um die Schule erleben. Im wahrsten Sinne des Wortes- die frische Winterkälte ließ trotz der vorsichtigen Sonnenstrahlen so manchen frösteln-, aber vor allem auch im übertragenen Sinne. Denn an diesem Praxistag ging es darum, die neue Humanities-Projektphase einzuführen.

„Deutschland am Abgrund“ ist der Titel der diesjährigen Geschichtsphase. Rund vier Monate lang werden sich die Jugendlichen nun intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und der unmittelbaren Nachkriegsgeschichte sowie der Teilung Deutschlands beschäftigen.

Wie jedes Jahr war es uns ein besonderes Anliegen, die Schüler*innen auf möglichst lebendige Weise in diese Zeit „hineinzuholen“ und ihnen eine Idee zu geben, wie sich die Menschen jener Zeit fühlten, was ihre Ängste, Sorgen und Wünsche waren und auf welcher gesellschaftlichen und politischen Grundlage Dinge passierten, wie sie passierten. Dazu hatten wir gemeinsam mit der zehnten Klasse verschiedene Theaterszenen einstudiert, die ausgehend von einer kurzen Filmimpression im Überblick erahnen lassen konnten, wie es in Deutschland soweit kommen konnte.

Die Szenen erzählten vom Matrosenaufstand nach dem Ersten Weltkrieg, machten deutlich, wie ungerecht sich Deutschland nach dem Versailler Vertrag behandelt fühlte, zeigten den Hunger und die Arbeitslosigkeit der Wirtschaftskrise in den 20er-Jahren und gaben schließlich eine Vorstellung dessen, wie es einem vermeintlich starken Mann gelingen konnte, seinen Weg durch die Wirren dieser Zeit bis an die Spitze Deutschlands zu bahnen: Adolf Hitler.

Seine Antrittsrede im Atrium ließ SchülerInnen wie LehrerInnen erschaudern und gleichzeitig neugierig werden auf die anstehende Projektphase. Nach der Performance zunächst ergriffene Stille, dann erleichterter Applaus, dass es am Ende nur ein Rückblick war in diese düstere Zeit.

Im Anschluss gab es Gelegenheit, das Gesehene zu besprechen, einzuordnen und zu diskutieren. Ein eindrucksvoller Tag. Ein großes Dankeschön möchten wir der zehnten Klasse aussprechen, die sich mit viel Engagement und großer Lust am Spielen auf den Tag vorbereitet hatten.